Wiener Übereinkommen zum Schutz der Ozonschicht » 22.03.1985

Im Wiener Übereinkommen zum Schutz der Ozonschicht verpflichtet sich die internationale Staatengemeinschaft allgemein auf die Bewahrung der „Schicht atmosphärischen Ozons oberhalb der planetarischen Grenzschicht“. Denn es gilt (nach zunehmenden Warnungen seit 1974) als erwiesen, dass sich seit 1979 über dem Südpol ein Ozonloch gebildet hat, das Jahr für Jahr bedrohlich wächst (1986 erreicht es die Größe der USA). 
Konkrete Schutzmaßnahmen legen die Vertragspartner zweieinhalb Jahre später, am 16.09.1987, im Montrealer Protokoll fest. FCKW-Gase (Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe) werden nach und nach in Spraydosen, Kühlschränken etc. verboten und durch andere Gase ersetzt.
FCKW wurden seit den 1950er Jahre produziert (z.B. als Treibmittel für Lebensmittel und Kosmetik und als Kältemittel in Kühlschränken). Nach ihrer Freisetzung spaltet sie das Sonnenlicht in großer Höhe zu Chlorverbindungen, die das Ozon zerstören, welches für den Schutz unserer Atmosphäre und damit das Leben auf der Erde von großer Bedeutung ist.
Während das Handeln allgemein als Musterbeispiel für effektiven internationalen Umweltschutz angesehen wird, kritisiert Greenpeace am 16.09.2007, 20 Jahre nach „Montreal“, die Langfristigkeit des Vollzugs. So würden Ausnahmeregelungen noch bis 2040 erlauben, FCKW einzusetzen, das dann noch bis 2050 in die Atmosphäre entweichen werde.

Allgemeine Verpflichtungen laut Wiener Übereinkommen (Art. 2):

1. Die Vertragsparteien treffen geeignete Massnahmen im Einklang mit diesem Übereinkommen und denjenigen in Kraft befindlichen Protokollen, deren Vertragspartei sie sind; um die menschliche Gesundheit und die Umwelt vor schädlichen Auswirkungen zu schützen, die durch menschliche Tätigkeiten, welche die Ozonschicht verändern oder wahrscheinlich verändern, verursacht werden oder wahrscheinlich verursacht werden.
2. Zu diesem Zweck werden die Vertragsparteien entsprechend den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und ihren Möglichkeiten
a. durch systematische Beobachtungen, Forschung und Informationsaustausch zusammenarbeiten, um die Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf die Ozonschicht und die Auswirkungen einer Veränderung der Ozonschicht auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt besser zu verstehen und zu bewerten;
b. geeignete Gesetzgebungs— und Verwaltungsmassnahmen treffen und bei der Angleichung der entsprechenden Politiken zur Regelung, Begrenzung, Verringerung oder Verhinderung menschlicher Tätigkeiten in ihrem Hoheitsbereich oder unter ihrer Kontrolle zusammenarbeiten, sofern es sich erweist, dass diese Tätigkeiten infolge einer tatsächlichen oder wahrscheinlichen Veränderung der Ozonschicht schädliche Auswirkungen haben oder wahrscheinlich haben;
c. bei der Ausarbeitung vereinbarter Massnahmen, Verfahren und Normen zur Durchführung des Übereinkommens im Hinblick auf die Annahme von Protokollen und Anlagen zusammenarbeiten;
d. mit zuständigen internationalen Stellen zusammenarbeiten, um das Übereinkommen und die Protokolle, deren Vertragspartei sie sind, wirksam durchzuführen. (LLa)

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