Rheinbegradigung durch Johann Gottfried Tulla » 1817-1876

Zwischen 1817 und 1876 verliert der Rhein sein naturwüchsiges Erscheinungsbild. Zwischen Basel und Bingen werden Begradigungen ausgeführt, die der Ingenieur Johann Gottfried Tulla (1770-1828) projektiert hat. Zu den ersten Maßnahmen gehört der Eggensteiner Durchschnitt am 20.01.1818, zu den späten der Altriper Durchstich 1865. Durch die Begradigung verkürzt sich der Fluss auf dieser Strecke um 81 km. Von 1895 bis 1923 führen Arbeiten am Alpenrhein zu einer weiteren Verkürzung um zehn Kilometer, sodass die Rheinlänge vom Tessin bis Hoek van Holland heute ca. 1230 km (nach Bruno Kremer 1233 km, in vielen Lexika fälschlicherweise 1320 km) beträgt.

Durch die Begradigung und Befestigung gehen nicht nur Naturräume verloren, sie sind auch verantwortlich für vermehrte und stärkere Hochwasser, weil die Wassermassen mit erhöhter Geschwindigkeit an die mittleren und unteren Rheinabschnitte weitergegeben werden. (LLa)

 

Literatur:

David Blackbourn: Die Eroberung der Natur – Eine Geschichte der deutschen Landschaft, München 2006 (DVA, ISBN 978-3-421-05958-1).

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